Posted by | Posted in Gesundheit und Alter | Posted on 18-01-2012

Unnatürliche Proportionen wie die Brüste dieser Schaufensterpuppe sind Schuld an den falschen Schönheitsidealen. (Bild unter CC BY von Irwin-Scott)
Junge Mädchen lassen sich schon ihre Brüste vergrößern, obwohl diese eigentlich noch wachsen. Männer lassen sich Silikon in die Waden einpflanzen, damit diese schön kräftig aussehen. Wer nicht an sich schneiden lässt, scheint nicht mehr normal zu sein. Mit dem eigenen Körper zufrieden sein? Das ist gleichbedeutend mit sozialer Unfähigkeit. Nun sollen sogar Bereiche am Körper verschönert werden, die noch nicht einmal sichtbar sind.
Warum eigentlich kleinere Schamlippen? Und für wen?
Eine Schamlippenverkleinerung soll den Intimbereich der Frau hübscher aussehen lassen. Welches junge Mädchen kann denn da noch ein gesundes Verhältnis zu seinem Körper behalten, wenn immer verrücktere Forderungen an ein perfektes Aussehen gestellt werden? Ein Schönheitsideal für die Geschlechtsorgane? Wem soll das denn etwas bringen? Wohl dem Chirurgen, der mit der Operation wahrscheinlich nicht wenig Geld verdient. Die Frau selbst wird den Vorteil der Operation kaum spüren. Denn nachdem die Schmerzen der Behandlung endlich abgeklungen sind, wird sie sich mit einem Spiegel in der Hand recht stark verrenken müssen, um die Veränderungen wahrzunehmen. Und auch dem Partner dürfte die Größe der Schamlippen reichlich egal sein. Männer sind nicht gerade dafür bekannt, beim Sex den Intimbereich der Frau nur anzuschauen.
Operationen sind kein Spaß!
Eine Operation, egal, aus welchen Gründen sie durchgeführt wird, ist ein gefährlicher Eingriff in den Körper. Schon allein die Anästhesie kann zu irreparablen Schäden führen. Nicht wenige Patienten sind durch einen Fehler des Anästhesisten nicht wieder aufgewacht. Auch eine allergische Reaktion gegen die verwendeten Mittel kann zu lebenslangen Problemen führen. Nicht bei allen bedeutet dieses “lebenslang” eine lange Zeitspanne. Durch den Schnitt in einem nicht steril zu haltenden Bereich des Körpers drohen Infektionen. Die Wundschmerzen liegen zudem direkt neben der empfindlichsten Stelle des weiblichen Körpers. Gerade hier will kein geistig gesunder Mensch Schmerzen spüren. Im besten Falle muss man nur einige Wochen auf Sex verzichten. Mit einer kleinen Komplikation kann es geschehen, dass die Patientin nie wieder Lust verspüren kann. Aber wenigstens sieht das Lustzentrum danach hübsch aus.
Fragen über Fragen
Wobei – wie sieht denn ein hübscher Schambereich aus? Kann eine Frau überhaupt erkennen, ob ihre Schamlippen nach der Verkleinerung ansprechender aussehen als noch zuvor? Ist nicht eigentlich dieser Bereich zwischen den Beinen, an den die Sonne nie herankommt, grundsätzlich ein ungewohnter Anblick? Ganz einfach, weil man die weiblichen Geschlechtsorgane so selten zu sehen bekommt? Mit wem vergleicht sich eine Frau, die ihre Schamlippen zu groß findet? Nach welchem Vorbild geht sie bei einer Entscheidung für kleinere Schamlippen vor? Was, wenn alle ihre Freundinnen größere Schamlippen haben? Muss sie sich dann die inneren Schamlippen vergrößern lassen? Wird die Schamlippenvergrößerung die Schamlippenverkleinerung bald ersetzen? Definitiv zu viele offene Fragen, um dafür lebenslange Schmerzen zu riskieren!
